Prim. Dr. Thomas Ramsauer

Konservative Therapie im Raum Salzburg

Die meisten rheumatischen Erkrankungen bedürfen einer langfristigen ärztlichen Überwachung zur Anpassung der Therapie an die jeweilige Aktivität der Erkrankung. 
Dabei erfordert die Behandlung von Patienten, die an rheumatischen Erkrankungen leiden, eine Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Orthopädische Rheumatologen erstellen gemeinsam mit rheumatologischen Internisten, Physiotherapeuten (d.h. KrankengymnastenInnen, medizinischen BademeisterInnen, medizinische MasseureInnen), ErgotherapeutenInnen (d.h. Beschäftigungstherapeuten) und Sozialarbeitern einen Therapieplan, der den wechselnden Krankheitsumständen angepasst wird. 

Die Orthopädische Rheumatologie, auch kurz Rheumaorthopädie genannt, beschäftigt sich mit der Behandlung der Auswirkung rheumatischer Erkrankungen auf den Bewegungsapparat. In der Folge rheumatischer Erkrankungen können auch lokale Gewebszerstörungen auftreten. Davon betroffen sind z.B. Kraftüberträger wie Gelenke und Sehnen. Unbehandelt führen derartige Zerstörungsprozesse zu Funktionsverlusten des Bewegungsapparates, und in ausgeprägten Fällen zur Invalidität des Betroffenen. 
Das Ziel rheumaorthopädischer Therapie ist zuerst die Vermeidung eines solchen Funktionsverlustes durch geeignete lokale (d.h. am Ort der Entzündung einsetzende) vorbeugende Maßnahmen.
Ist ein derartiger Funktionsverlust bereits eingetreten, muss durch einen operativen Eingriff die Gelenkfunktion wiederhergestellt werden. 
Vielfältige Behandlungsformen (konservative und operative) werden eingesetzt:
Diese sind sowohl konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen, als auch medikamentöse und physikalische Behandlungen.

Medikamentöse Therapie

Entzündungshemmende (und daher auch schmerzlindernde) Medikamente

  • Kortisonhaltige Substanzen
    Kortison ist die wirksamste bekannte entzündungshemmende Substanz. Es wird eingesetzt sowohl als allgemein wirkendes Medikament, als auch als örtlich in entzündlich veränderte Gewebe eingespritztes Medikament, und 
     
  • kortisonfreie Medikamente (sogenannte Antiphlogistika)

Lang wirksame Medikamente (sogenannte Basistherapeutika oder auch Disease Modifying Antirheumatic Drugs - DMAD ). Diese Medikamentengruppe hat zum Ziel, die häufig zur Eindämmung der Entzündung erforderliche Menge an Kortison möglichst niedrig zu halten oder sogar ganz entbehrlich zu machen. Sehr häufig werden diese beiden Hauptgruppen gleichzeitig zur Behandlung eingesetzt. Heute stehen uns neuere Medikamente, die Biologica, zur Verfügung, die eine weitere Verbesserung der medikamentösen Therapie versprechen.
Die medikamentöse Therapie erfolgt in Kooperation mit internistischen Rheumatologen, die ebenfalls auf die Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen spezialisiert sind.

Physikalische Therapie

Bei der physikalischen Therapie unterscheidet man

  • aktive Maßnahmen (d.h. unter Beteiligung des Patienten, wie z.B. Krankengymnastik und Ergotherapie) und
  • passive physikalische Maßnahmen, wie z.B. die Anwendung von Kälte und Wärme sowie von elektrischen Strömen in den verschiedensten Formen.

Operative Therapie

Die operativen Maßnahmen werden nach ihrer Zielsetzung unterschieden:

  • Vorbeugende Eingriffe zur Verhinderung der lokalen Zerstörung: 
    Durch die Entfernung von aggressivem, rheumatisch entzündlich verändertem Gewebe wird ein Fortschreiten der lokalen Zerstörung an Gelenken und Sehnen verhindert. Derartige Operationen sind nur bei frühen Stadien der Erkrankung möglich. 

  • Wiederherstellende Eingriffe bei eingetretener Beeinträchtigung: Die Folgen einer bereits eingetretenen Beeinträchtigung werden wieder rückgängig gemacht, z.B. durch gelenk- und sehnenwiederherstellende Eingriffe (z.B. Ersatz eines Gelenkes durch ein Kunstgelenk, Wiederherstellung der Greiffunktion der Hand durch Sehnenersatz).